Heute hab‘ ich Weihnachten 🎄 gefühlt. Nach der letzten, anstrengenden Woche mit Thrombopenie, nur 230 Neutrophilen und ständigem Desinfinzieren und Aufpassen ist das Bluttief nun endlich vorbei und alle Werte steigen. Besuche waren nicht möglich, aber wir hatten auch zu Dritt und trotz der anstrengenden Nebenwirkungen schöne Weihnachten. Aber so richtig gefühlt habe ich es nicht – die Weihnacht. Wie immer nach den Chemowochen bin ich einfach sehr müde und sehr erschöpft. Zum Glück ist es trotz Lockdown in solchen Fällen erlaubt, dass Großeltern ihre Enkel betreuen und ich kann für mich ganz alleine in den Wald Spazierengehen – im Wissen, dass die Kinder in guten Händen sind. Mein schönstes Weihnachtsgeschenk, denn dort im Wald hab ich Weihnachten gefühlt. Die Stille. Das Tropfen des schmelzenden Schnee von den Bäumen. Das Knirschen meiner Schritte. Die Sonnenstrahlen, welche durch die Bäume 🌲 schimmern. Ich erinnere mich daran, als ich als Kind am Weihnachtsabend durch den Wald zur Christmette gegangen bin: der Schnee hat genauso unter meinen Füßen geknirscht.

Ich stecke meine Hände in die Manteltasche und fühle dort die Chemoperlen der letzten Therapie und meinen abgegangenen Schlüsselanhänger: ein Schutzengelchen. Sehe den Weg, den Schnee und ein kleines Bäumchen … und fühle nun auch für mich die Weihnacht.

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