Wann ist man ein Held?
Gestern, nach einem kurzen Telefongespräch über Helden des Alltags, habe ich mir die Frage gestellt, wen ich denn als Helden/ Heldin bezeichnen würde. Also Erik ist ja nicht nur mein Held, sondern wenn es um das Stechen des Venflons geht auch der Held der Onko- Station: so viel Coolness beim Stechen ist nicht die Norm und dafür erntet er viel Lob und Bewunderung der Schwestern und Ärzte. Die Angst vor dem Stechen ist zwar noch immer groß, aber es gibt ein klares Ritual und sobald Erik „Los!“ sagt, darf gestochen werden und die Kanüle ist drinnen. Keine Tränen und Panik mehr wie noch im Herbst, kein Weinen – nur manchmal ein „ Autsch!“. Angenehm ist das Teil halt nicht, wenn es dann so drinnen steckt und auf seinen Einsatz wartet.

Am letzten Chemotag gab‘s einen Wasserrohrbruch im Blutlabor und alles ist gestanden, das Blut 🩸 konnte nicht ausgewertet werden. Blutabnahme ist immer ab 8 Uhr morgens in der Tagesambulanz, nach dem Erstcheck des Blutes über den Fingerpieks wird der Venflon gestochen und nochmals Blut abgezapft und weitere Werte bestimmt.
Dann heißt es Warten ob diese Blutwerte passen: nur dann kann die Chemoinfusion 💉 über die Vene gespritzt werden. Durch den Wasserschaden mussten wir diesmal besonders lange warten. Als wir um 6 Uhr Abends endlich aus dem Krankenhaus 🏥 heimgefahren sind, sagte er zu mir:“ Es tut so gut, wenn der Venflon wieder draußen ist!“ und lächelt mich an. Das finde ich heldenhaft.🥰

Ebenso heldenhaft finde ich mein zweites Kind, welches den Tag alleine zuhause verbracht hat und sich selbst Essen gemacht hat – zugegeben unser Notfallplan für solche Tage sind Fertignudeln, aber immerhin. Mit Lernen und Homeschooling – Aufträge erledigen war zwar nicht so viel 😖, aber sie meinte: „Ich hatte richtig viel Zeit zum Zeichnen und das ist ja auch ein Schulfach“. Und sie sieht dabei sehr glücklich aus. Ich finde sie hat den Tag auch heldenhaft gemeistert! 🥰

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