„Wir können leider nicht zum Schulfasching … die Neutrophilen sind unter 500.“

Wenn man mind. 18 Monate Chemotherapie hat, muss man sich manchmal unter Risiko außer Haus wagen um die Stimmung zu heben. Mit Mundschutz und Handschuhen hätten wir beide uns heute für eine Stunde auf Besuch in die Schulklasse gewagt. Dort wird Fasching gefeiert. Die Tage wurden heruntergezählt, eine Verkleidung ausgesucht – natürlich auch besprochen, dass es nicht geht falls unerwartet die Blutwerte nicht passen. Aber eigentlich müssten sie passen, letzten Donnerstag waren nur die Thrombozyten etwas im Sinken, ansonsten hätten wir nie angedacht kurz beim Schulfasching vorbeizusehen.
Dann gestern der Telefonanruf aus der Onkologie: Ergebnis der Blutkontrolle: neutrophile Granulozyten unerwartet nur bei bei 400! Extrem aufpassen, nur Mineralwasser oder Wasser aus Leitungen mit Bakterienfilter, nur frisch gekochtes Essen, keine Nüsse, keine Besuche, Haus desinfizieren, alles möglichst keimfrei, Bettwäsche & Handtücher täglich wechseln.,….. auf keinen Fall zum Schulfasching. Kleinste Infektionen können lebensbedrohlich werden. Nächste Blutkontrolle Mittwochs. 😳
Schon während des Telefonats graut mir davor, was ich meinem Kind jetzt sagen musste:
„Wir können leider nicht zum Schulfasching … die Neutrophilen sind unter 500 … es tut mir so leid!“
Keine Träne kommt, die Luft ist zum Schneiden dick, die Enttäuschung riesengroß, Wut spürbar, nichts kann trösten und ich kann‘s gut verstehen.

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